Berliner Champions: Toni Kneist ist ein Idealist mit feiner Klinge

Fechter Toni Kneist

Berlin.  Toni Kneist hätte allen Grund, sauer zu sein auf den Deutschen Fechter-Bund. In der DFB-Rangliste steht der Degenspezialist als Sechster momentan so gut da wie noch nie, bei den diesjährigen Meisterschaften erreichte er mit Bronze zudem sein bislang bestes Ergebnis bei nationalen Titelkämpfen. Der Lohn wäre eigentlich die Einladung zum Vorbereitungslehrgang für die Weltmeisterschaften in Leipzig gewesen, die am Mittwoch eröffnet werden.

Doch der Verband wollte die Kosten für Kneist nicht übernehmen. Der 33-Jährige ist trotzdem gefahren, auf eigene Kosten, um seine jungen Nationalmannschaftskollegen zu unterstützen. "Wenn das deutsche Fechten meine Hilfe braucht, bin ich da", sagt er, "ohne zu fragen, was es kostet." Die Fahrt nach Tauberbischofsheim inserierte er als Mitfahrgelegenheit, geschlafen wurde bei einem Freund, gekocht auf dem Campingkocher. "Ich bin ein Idealist", sagt Toni Kneist.

Nur noch eine kleine Nummer in Berlin

Wenn er über seinen Sport redet, wird Kneist regelrecht poetisch. "Fechten ist so facettenreich wie die Augen einer Fliege", sagt er. Fechten ist die große Leidenschaft des 33-Jährigen. Daran haben auch die vielen Gefechte neben der Planche nichts geändert, die Kneist in seiner Karriere immer wieder austragen musste.

Berlins bester Degenfechter hat sich durchgekämpft. Damals, als er nach seinem Wechsel aus Schwedt zum SC Berlin plötzlich nicht mehr der Beste, sondern nur noch eine kleine Nummer war neben all den großen Namen wie Olympiasieger Uwe Proske....

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