Berliner Champions: Bei Emilia Lehmeyer geht alles nach Plan

Geherin Emilia Lehmeyer hat die EM 2018 in Berlin im Blick

Berlin.  Wenn Emilia Lehmeyer gefragt wird, welchen Sport sie macht, dann antwortet sie häufig: "Das, was so ein bisschen komisch aussieht." Die 20-Jährige ist Geherin – das charakteristische Hüftwackeln, mit dem sich die Sportler in dieser Disziplin fortbewegen, wirkt auf viele Betrachter erst einmal ungewohnt. Ein Bein muss immer auf dem Boden, das vordere zudem beim Aufsetzen stets gestreckt sein: So steht es in den Regeln.

Gehen sei eigentlich gesünder als Laufen, weil die Knie weniger belastet werden, erklärt Emilia Lehmeyer – trotzdem könnten viele mit der Sportart nichts anfangen. Genau das fasziniert sie daran. "Gehen macht nicht jeder, das finde ich reizvoll", sagt sie. "Wenn ich trainiere, spüre ich, wie mir die Leute hinterherschauen."

Bereits als Zehnjährige hatte Lehmeyer beim Polizei SV Gefallen an der exotischen Leichtathletik-Disziplin gefunden. Sie erinnert sich noch gut an ihre ersten Gehversuche: "Am Anfang schaut man eigentlich nur nach unten auf seine Füße, nach ein paar Monaten hat man die Bewegung dann aber automatisiert."

Schnellste Kilometer in rund vier Minuten

Doch je länger ein Rennen dauert, desto schwieriger wird es auch für die Profis, sauber und regelgerecht zu gehen. "Da muss man sich richtig konzentrieren, das ist auch mental sehr anstrengend", sagt Lehmeyer. Trotzdem schafft sie im Wettkampf die schnellsten Kilometer in rund vier Minuten und ist damit flotter als viele Hobbyläufer. "Laufen kann jeder. Beim Gehen kommt noch die technische Komponente dazu"...

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