Berliner Champions: Alles andere als Zirkus

Was die einen nicht einmal auf festem Boden können, zeigt Christine Chau auf der fünf Zentimeter schmalen und beweglichen Slackline.

Berlin.  Wenn die Lehrerin in der Sporthalle die Slackline spannt, machen die Schüler große Augen. Ist ja auch ein ungewöhnlicher Sport, den Christine Chau auf den Stundenplan gesetzt hat. Schnell ist die Neugier der Schüler geweckt. Schließlich ist es gar nicht so einfach, über dieses fünf Zentimeter schmale, elastische Band – ähnlich einem Spanngurt – zu laufen, das mit LKW-Ratschen zwischen zwei Fixpunkten befestigt wird. Da sind Gleichgewicht, Koordination und Konzentration gefragt.

Dass die Slackline bei der angehenden Lehrerin zum Unterrichtsprogramm zählt, ist kein Zufall. Christine Chau ist Deutschlands beste Slacklinerin. Im vergangenen Jahr ist die 27-Jährige in Roth bei Nürnberg Deutsche Meisterin geworden. In solchen Wettkämpfen, ausgerichtet von Slackline-Herstellern oder Sponsoren und dotiert mit ein paar hundert Euro Preisgeld, wird allerdings nicht bewertet, wer am elegantesten über die Schnur läuft. Das wäre ja zu einfach. Dort geht es spektakulärer zur Sache. Die Besten messen sich auf der Trickline, einer Variante der Slackline, die vergleichbar mit einem Trampolin nachlässt und federt.

Längsachsendrehungen, Salti oder ein Spagat – der Kreativität der Übungen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Auch Chau hat eine eigene Übung kreiert: den "backflip to chest". Dabei steht sie auf der Slackline und macht einen Rückwärtssalto in Bauchlage. Egal, wie viel gedreht und gewirbelt wird, immer landen die Sportler auf dem schmalen Band. Ein Balanceakt, der auch mal daneben gehen ...

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