Berliner Amazon-Seller Razor Group sichert sich 333 Millionen Euro

Sandra Will
·Lesedauer: 2 Min.
Razor mach mit seinen Amazon-Marken Millionen. Im Bild: Ein Teil des Berliner Teams. Die IT sitzt in Indien.
Razor mach mit seinen Amazon-Marken Millionen. Im Bild: Ein Teil des Berliner Teams. Die IT sitzt in Indien.

Das Berliner Startup Razor Group erhält eine Finanzierung aus Fremd- und Eigenkapital in Höhe von 333 Millionen Euro (400 Millionen US-Dollar). Der Großteil des Geldes sind Kredite, laut Techcrunch etwa 310 Millionen Euro. Die Millionen kommen von Fonds, die von den US-VCs Blackrock Venture Capital und Victory Park Capital verwaltet werden sowie Altgesellschaftern.

Zu den bisherigen Investoren gehören 468 Capital, Redalpine, Presight Capital, Global Founders Capital und Claret Capital Partners.

Razor hat bereits 30 Marken übernommen

Razor Group akquiriert Online-Marktplatz-Händler, vor allem viel versprechende Amazon-Händler, vergrößert sie und entwickelt die Shops weiter. Allein in Berlin gibt es neben Razor drei hoch finanzierte Startups, die sich demselben Geschäftsmodell widmen.

Razor Group ging im August vergangenen Jahres an den Start und wuchs mittlerweile auf über hundert Mitarbeiter an vier verschiedenen Standorten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Produkten aus dem Sport- und Personal-Wellness-Bereich sowie Home und Wohnaccessoires. In etwa 30 Marken hat das Startup von CEO Tushar Ahluwalia bereits investiert. Man sei in der Lage, bis zu zehn Akquisitionen pro Monat zu realisieren, so das Startup.

Zum Vergleich: Konkurrent und Vorbild Thrasio aus Boston hat nach etwa drei Jahren 100 Marken eingekauft und vertreibt etwa tausend Produkte. Thrasio kommt nach eigenen Angaben auf einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro und wurde im Juli 2020 durch eine 260-Millionen-Dollar-Finanzierung zum Unicorn. Durch diesen Erfolg schwappte das Interesse auch nach Deutschland, wo sich mittlerweile einige in diesem Geschäftsbereich tummeln.

Die deutschen Amazon-Seller nach dem Thrasio-Vorbild kommen

Dazu gehört das Startup Branded, das vom ehemaligen Lazada-Chef Pierre Poignant ebenfalls vergangenen Sommer in Berlin gegründet wurde. Branded übernahm bis Februar dieses Jahres bereits 20 Shops und machte einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Es sicherte sich außerdem eine 124-Millionen-Euro-Finanzierung von VCs wie Target Global, Declaration Partners und Tiger Global.

Auch das Startup Heroes existiert seit Juni 2020 und kauft Amazon-Seller auf. Gegründet wurde Heroes von den Hamburger Zwillingen Riccardo und Alessio Bruni, die in der ersten Finanzierungsrunde bereits 55 Millionen Euro aufgenommen haben. Jünger ist das Startup Sellerx, das vergangenen November von Philipp Triebel und Malte Horeyseck in Berlin gegründet wurde. Sellerx kaufte mit Stand März 20 Amazon-Shops auf und bekam bereits 100 Millionen Euro – mehrheitlich Kredite – von Investoren wie dem Londoner VC 83North.