Berlinale: "Goldener Bär" geht an Rumänien

Es war ein großer Moment für das rumänische Kino: Der Film "Touch Me Not" wurde auf der Berlinale mit dem Goldenen Bären für den "Besten Film" ausgezeichnet. Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie durfte sich ebenfalls über den Bären für den "besten Debütfilm" freuen.

"Touch Me Not" folgt der emotionalen Reise dreier Protagonisten - Profis und Amateure - und bietet einen empathischen Einblick in ihr Leben. Er zeigt ihre Sehnsucht nach Intimität, aber auch ihre tiefe Angst davor. Es gilt, Tabus und alte Muster zu überwinden - und darum, endlich frei zu sein.

Adina Pintilie sagt über ihren Film: "Er lädt dazu ein, die eigene Sichtweise auf Intimität, Schönheit, auf die Beziehung zu anderen in Frage zu stellen - und wie man das Andere annimmt, das Gegenüber, das anders ist als du."

Die Auszeichnung "Bester Schauspieler" ging an den Franzosen Anthony Bajon für seine Rolle als Drogenabhängiger in "La prière". Er will seine Sucht in den Griff bekommen will - in einer Gemeinde, die unter Aufsicht katholischer Priester steht.

Ana Brun erhielt einen Bären für ihre Rolle in "Las Herederas". Im Film spielt sie eine Frau, die ihr Leben in die eigene Hand nimmt, nachdem ihre Lebenspartnerin ins Gefängnis muss. Das Drama von Marcelo Martinessi wurde außerdem mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.

Wolfgang Spindler von Euronews: "Mit dem Goldenen Bären für den Film von Adina Pintilie hat die Jury den wohl extremsten Film unter den internationalen Einreichungen ausgewählt. Die Berlinale präsentiert einen überraschenden Mix aus Dokumentar- Feature- und Fictionsfilmen mit einem Hauch von Psychotherapie - das Berliner Filmfestival würdigt die Filme, die eine frische Herangehensweise an das Filmemachen mitbringen."