Milieuschutz: Weddinger Sprengelkiez stemmt sich gegen Gentrifizierung

Ole Wichern, Besitzer der Bar Freya Fuchs im Weddinger Sprengelkiez

Alexander Koss (57) ist ein Weddinger Original: 1960 wurde er in einer Erdgeschosswohnung an der Tegeler Straße mitten im Sprengelkiez geboren. Seit 1960 ist das Angelhaus Koss im selben Hauseingang eine Institution – auch über den Kiez hinaus. Erst geführt von Koss' Mutter Hildegard, später dann von ihm selbst. Drinnen im Laden kann man Tausende Köder kaufen, Angeln und Angelpokale, draußen steht ein Automat für Maden – wirft man einen Euro ein, spuckt die Maschine ein gefülltes Döschen aus. Es ist einer jener Läden, die man wahrscheinlich nur noch dort findet, wo der Kiez noch die Identität der Bewohner ausmacht. Im Sprengelkiez gibt es diese Läden. Noch.

Bis 2016 war der Kiez Quartiersmanagementgebiet – ein Stadtteil also, der drohte, abgehängt zu werden. Ebenfalls 2016 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte, dass das Gebiet Milieuschutzgebiet werden solle. Damit sollen die Einwohner im Kiez vor sozialer Verdrängung durch steigende Mieten geschützt und Luxussanierungen verboten werden. Denn die Mieten im Sprengelkiez sind seit 2009 um 73 Prozent gestiegen.

90 Prozent der Grundschüler sind nichtdeutscher Herkunft

Fast 17.000 Menschen leben in dem Gründerzeitquartier im südwestlichen Teil des Stadtteils Wedding, etwa 30 Prozent davon sind abhängig von staatlichen Transferleistungen, über 40 Prozent der Anwohner haben einen ausländischen Pass, fast 90 Prozent der Grundschulkinder sind nichtdeutscher Herkunftssprache.

Will man mehr über den Kiez erfahren, so spricht...

Lesen Sie hier weiter!