Bildung in Berlin: Viele Azubis brauchen Nachhilfe in Mathe und Deutsch

Bei vielen Auszubildenden gibt es Nachholbedarf

Jedes dritte Berliner Unternehmen bietet seinen Azubis Nachhilfe an, um Versäumnisse aus der Schule aufzuholen. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Insgesamt 34 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen gaben an, dass sie für ihre Auszubildenden im Jahr 2016 zusätzliche Kurse eingerichtet hatten.

"Meist geht es bei der Nachhilfe um Grundfertigkeiten in Mathematik oder Deutsch", sagte Sandra Trommsdorf, Referentin für Fachkräfte und Innovation bei der IHK. Im Vergleich zu den Vorjahren handelt es sich um einen deutlichen Anstieg. 2014 hatten nur 21 Prozent der Betriebe solche zusätzlichen Bildungsangebote.

"Die Lage auf dem Bewerbermarkt hat sich komplett gedreht"

Ein Grund dafür ist die zunehmende Bereitschaft der Firmen, auch leistungsschwächeren Schülern eine Chance zu geben, sagte Trommsdorf. Aufgrund der fehlenden Bewerber würden inzwischen häufig auch Auszubildende in den Betrieben aufgenommen, die früher vermutlich nicht zum Zuge gekommen wären.

Zusätzlich zu den Nachhilfeangeboten in den Firmen gibt es auch an den Berufsschulen sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen für leistungsschwache Schüler, finanziert von der Arbeitsagentur. Von den befragten Betrieben nutzten 23 Prozent dieses Angebot wegen der mangelnden Ausbildungsreife ihrer Azubis.

Ingesamt 57 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie auf neue Bewerbergruppen zugingen, um auf die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger zu reagi...

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