Mein Berlin: Wenn der Verkäufer einfach nicht locker lässt

Nina Paulsen / Berliner Morgenpost

Ich betrat ein Seifengeschäft, denn ich wollte ein Stück Seife kaufen. Es war vergangene Woche an der Friedrichstraße, ich hatte um 15 Uhr einen Termin und noch ein paar Minuten Zeit. Toll, dachte ich, ein Seifenladen! Dann kann ich noch schnell ein Mitbringsel für eine Freundin besorgen, die ich bald besuchen will. Das gute an einem bunten, gut duftenden Stück Seife ist: Das kann man immer verschenken. Das ist irgendwie so ein Frauending, glaube ich. Männer bringen sich keine Seife mit, wenn sie sich besuchen. Höchstens ein zerknittertes Fußballmagazin. Oder einen Sechserträger Bier. In Sachen Seife ist die Gesellschaft mit dem Gender-Mainstreaming einfach noch nicht so weit.

Im Seifenladen jedenfalls sah ich mir die Seifen an. "Kann ich Ihnen helfen?", fragte eine junge Frau mit schwarzer Schürze. "Nein, danke", sagte ich. "Ich möchte nur fix ein Stück Seife mitnehmen und gucke mich schnell um." Die Verkäuferin verschwand. Doch nur zehn Sekunden später stand die nächste schwarze Schürze vor mir. "Suchen Sie etwas Bestimmtes?" Ich erklärte von vorn. Und die Verkäuferin: "Aha. Aber wissen Sie denn auch, dass wir gerade neue Badebomben haben?" Nein, wusste ich nicht. Badebomben sind lustige bunte Kugeln, die sich im Wasser sprudelnd auflösen. Eine Art Whirlpool des kleinen Mannes. Sehr trendy. Toll im Winter. Aber nicht so im Hochsommer, wenn der Bedarf an heißen Bädern ungefähr so hoch ist wie der an Erbensuppe mit Kochwurst als Snack um die Mittagszeit. Das erklärte ich der V...

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