Berlin: "Unwürdige Bettelei": Fête-Chefin gibt entnervt auf

2017 war es die letzte Fête de la Musique mit Leiterin Simone Hofmann

In der Wohnung von Simone Hofmann hängt ein Spruch an der Wand: "Befreie dich von den Quellen des ewigen Ärgernisses" steht darauf. Am gestrigen Tag nach dem stadtweiten Musikfest Fête de la Musique, das sie seit mehr als 20 Jahren für Zehntausende Berliner und ihre Gäste auf die Beine stellt, hat Simone Hofmann danach gehandelt: Am Morgen verbreitete sie ihren Entschluss. Sie stehe "für eine weitere Organisation der Fête de la Musique nicht mehr zur Verfügung".

Die 52-Jährige geht im Zorn. Sie beklagt, dass es für die Veranstaltung keine dauerhafte planungssichere Finanzierung gebe. Seit Jahren rette sich die Fête von einer Zwischenfinanzierung zur anderen. Hofmann begreift nicht, warum sie gut 20 Prozent ihres Jobs mit Überzeugungsarbeit bei Politikern und Parteien verbringe, mit "unwürdiger Bettelei", wie sie sagt. "Und das, obwohl dies eine landeseigene Veranstaltung ist."

Regionaleffekt von 3,9 Millionen Euro

Dabei war die 23. Musikfeier am Mittwoch ein Erfolg. An 116 Standorten spielten 700 Künstler und Bands. Besonders viel los war auf dem RAW-Gelände, vor dem Berliner Dom, wo Jugend- und Erwachsenenchöre sangen, am Rathaus Friedenau mit großem Kinderprogramm und beim Finnischen Mittsommerfest in den Nordischen Botschaften. So groß war das Interesse, dass die Webseite der Veranstalter instabil lief. "Wir hatten doppelt so viele Zugriffe wie 2016", so Hofmann. Eine Abschlusszahl der Besucher gibt es in 14 Tagen.

Einer Berechnung der Senatswirtschaftsverwaltung zufolge erzie...

Lesen Sie hier weiter!