Berlin: Umstrittenes Bus-Mahnmal steht vor dem Brandenburger Tor

„Monument“ heißt

Bedrohlich ragen sie in den Himmel, recken ihre Unterseite der Straße des 17. Juni entgegen. Die ist schwarz vom Ruß und Schmutz der Straße, eine treffende Analogie: Man könnte es auch als Spuren eines Brandes umdeuten, entstanden in der Hölle Aleppos. Denn dafür sollen sie stehen, die drei senkrecht aufgerichteten Busse, die in Dresden im Frühjahr bereits für Diskussionen sorgten. Seit Freitag Mittag erheben sie sich vor dem Brandenburger Tor. "Monument" heißt die Installation des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni schlicht. Verantwortlich ist das Gorki-Theater, das die drei Fahrzeuge im Rahmen des Berliner Herbstsalons ausstellt.

Sie sollen ein Mahnmal sein für Frieden und Solidarität mit Kriegsopfern aus aller Welt, indem sie "stumm in das öffentliche Leben der Stadt ragen", so heißt es in einer Pressemitteilung des Gorki-Theaters. Im Krieg um Aleppo bauten Zivilisten aus drei Buswracks eine Barrikade, um sich vor Heckschützen zu schützen. Die drei Busse vor dem Brandenburger Tor sind allerdings ausrangierte Linienbusse aus Deutschland, die der Künstler bei einem Gebrauchtwagenhändler erworben hat.

Kultursenator Klaus Lederer ist Schirmherr des "Monuments" FABRIZIO BENSCH / REUTERS Am Freitagmorgen richteten Arbeiter die Busse vor dem Brandenburger Tor auf. FABRIZIO BENSCH / REUTERS Das Werk ist eine Leihgabe des Kunsthauses Dresden. FABRIZIO BENSCH / REUTERS Der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni sieht sein Werk als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Paul Zinken / dpa Die Busse bleiben zwei Wochen lang am Brandenburger Tor stehen. Paul Zinken / dpa Als die Busse vor der Dresdner Frauenkirche aufgestellt wurden, gab es Proteststürme aus dem rechten Lager. Sebastian Kahnert / dpa

Frieden ist nicht selbstverständlich

"Ich kann mir kaum einen besseren Ort für das Monument von Manaf Halbouni vorstellen, als den Platz des 18. März", sagt Klaus Lederer (Linke), Senator für Kultur und Europa. Er ist Schirmherr der Kunstaktion. Die Stelle, der die Quadriga den Rücken zuwendet,...

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