Berlin: Tom Sello soll SED-Beauftragter in Berlin werden

DDR-Bürgerrechtler Tom Sello bei der ehemaligen Stasizentrale an der Normannenstraße

Der DDR-Bürgerrechtler Tom Sello soll erster Berliner Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) habe den 59-Jährigen für das Amt vorgeschlagen, nun sei das Abgeordnetenhaus am Zug, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Montag.

Im Falle seiner Wahl tritt Sello zum 1. Dezember die Nachfolge des seit 1993 amtierenden Stasi-Landesbeauftragten Martin Gutzeit (65) an, wird aber ein erweitertes Aufgabenspektrum haben. Sein künftiges Tätigkeitsfeld beschränkt sich demnach nicht auf die Unterlagen der DDR-Staatssicherheit, sondern umfasst die gesamte politische und historische Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Unterstützung und Beratung für die Opfer des DDR-Regimes

So berät der neue Beauftragte Menschen, die in der DDR aus politischen Gründen Unrecht erlitten, in Fragen rund um die Rehabilitierung und Entschädigung. Zudem unterstützt er frühere DDR-Bürger, die aufgrund von Verfolgung Gesundheitsschäden erlitten. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatten die rot-rot-grünen Regierungsfraktionen sowie CDU und FDP Anfang Juli im Plenum des Abgeordnetenhauses eingebracht. Dort soll der neue Beauftragte, anders als sein Vorgänger Gutzeit, auch ein Rederecht bekommen.

Sello wuchs im sächsischen Großenhain bei Riesa auf und arbeitete später als Maurer in Berlin. In den 80er-Jahren engagierte er sich in oppositionellen Gruppen, etwa der Umwelt-Bibliothek. Seit 1993 wirkte er in der Robert-Havemann-Gesellschaft im Archiv der ...

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