Berlin: Taxifahrer dürfen nicht für Tegel-Offenhaltung werben

Andreas Gerhardt hat ein Bußgeld erhalten, weil er einen Aufkleber zur Offenhaltung von TXL auf seinem Wagen hatte

Andreas Gerhardt ist leidenschaftlicher Taxifahrer. "Ich mache diesen Job seit 44 Jahren. Ich liebe diese Stadt", sagt der Zehlendorfer. Sein Berlin kennt er so gut, dass er eigentlich nie ein Navi braucht. "Ich war fast in jeder Straße und habe schon viel gesehen", sagt er. Doch selbst Menschen wie er erleben noch Dinge, die sie nicht für möglich gehalten hätten. Bei einer großen Kontrolle von Polizei, Steuerfahndung und des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO) am Montag wurden er und seine Kollegen aufgefordert, Werbung für die Abstimmung zur Offenhaltung von Tegel von ihren Fahrzeugen zu entfernen. "Wer das nicht gemacht hat, dem wurde ein Bußgeld angedroht", sagt Gerhardt. Wie die meisten Kollegen ist er für die Offenhaltung des Flughafens, weil Tegel eine der wichtigsten Einnahmequellen der Branche ist. "Und dafür möchte ich auf meinem Taxi werben. Wenn mir das der Senat, der Tegel schließen möchte, verbietet, hat das ein Geschmäckle", sagt Gerhardt.

Der Verein "Tegel bleibt offen e.V." hatte entsprechende Werbung an die Fahrer verteilt. Auf den Aufklebern steht unter anderem "Berlin – Weltstadt oder Provinz. Am 24. September zum Volksentscheid. Berlin braucht Tegel". Die Werbung für die Offenhaltung sollte an bis zu 500 Taxifahrer ausgegeben werden. Schätzungsweise 200 hatten sie schon bekommen.

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