Sommerserie: Ein Tag und eine Nacht allein unter Campern

Patrick Goldstein ubernachtet auf dem Campingplatz

Manche Bilder kann ein Mensch nicht abschütteln: Mit elf Jahren in tiefschwarzer Nacht ganz oben auf einer wackeligen Holzleiter, ein dickes Federbett über der schmalen Schulter, die Tür des Ferienbauernhofs unten ist abgeschlossen, der Balkon zum Treppenhaus im ersten Stock scheint offen. Jetzt einfach nur zurück ins Zimmer und bloß nicht nach unten blicken, zum verhassten Zelt, der klammen Isomatte, zu den lärmenden, Schlaf verhindernden Tieren. Gewiss: Der Versuch, während des Familienurlaubs für eine Nacht allein in einem Zelt zu übernachten, liegt lang zurück. Aber wenn mich in meinem Erwachsenenleben noch immer eines seelentief graust, ist es: Camping.

Vielleicht kann mich eine Nacht auf einem Zeltplatz im Süden Berlins umstimmen. "Gesamtfläche: neun Hektar, hohe Kiefern, 490 Standplätze", heißt es in der "ADAC-Campingwelt". Meine Ausrüstung besorge ich im Discounter. Als Erstes ein "Iglu-Zelt" für 39,95 Euro: Das klingt gemütlich nach einfachem Glück und genügsamen Menschen, die in der Arktis ihre Jagdbeute auch mal roh verzehren. Bei dem Hinweis auf "zehn Heringe" in der Bedienungsanleitung assoziiere ich erst einmal Matjes-Gerüche. Endgültig mulmig wird mir bei der Schlafbedeckungswahl: Statt des Federbetts von einst will ich es gut vier Jahrzehnte später nun natürlich professioneller angehen. Aber: Soll ich wirklich ein Produkt der Bezeichnung "Mumienschlafsack" nehmen? Mumien, wie in "Tutanchamun", "nie wieder aufwachen" und "verschrumpelt in einem Museum ausgestell...

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