Protest: Stellenabbau bei Siemens: "Wir machen jetzt richtig Alarm!"

Vor der Siemens-Zentrale in Siemensstadt

Berlin. Siemensstadt. Freitag, kurz nach 10 Uhr. Klaus Abel haut mit seiner Faust auf das Rednerpult. Der Gewerkschafter blickt in die Augen Hunderter Siemens-Mitarbeiter, die sich vor dem Verwaltungsgebäude von Siemens an der Nonnendammallee versammelt haben. Viele schwenken rote Fahnen der IG Metall. Dann brüllt er ihnen entgegen: "Wir machen jetzt richtig Alarm!" Jubeln, pfeifen, tröten. Etwa 1300 Mitarbeiter machen dort Lärm: gegen die Konzernspitze und den Stellenabbau.

Am Donnerstag hatte das Unternehmen angekündigt, in den kommenden Jahren etwa 3300 Stellen in Deutschland abzubauen. Besonders hart trifft es den Osten Deutschlands und Berlin. Fast 900 der insgesamt 11.500 Stellen in Berlin sollen gestrichen werden – 300 in Moabit und 570 im Dynamowerk in Siemensstadt, die Fertigung wird dort stillgelegt. Vor nicht einmal einem Jahr hatte Siemens-Chef Joe Kaeser das 200-jährige Bestehen des ursprünglich Berliner Unternehmens gefeiert. Damals freute sich der Vorstandsvorsitzende über "das beste operative Ergebnis aller Zeiten". Für die Siemens-Mitarbeiter im Spandauer Werk heute blanker Hohn.

"Das Dynamowerk ist Berlin und Berlin ist das Dynamowerk"

Martina Stamm steht etwas abseits der Menschenmenge. Die 36-Jährige arbeitet sei zehn Jahren an der "Nonnendammallee" und kann es kaum fassen, dass sie wohl ihren Job verlieren wird: "Ich habe es gestern im Radio gehört, niemand hat vorher mit uns gesprochen." Erst am Freitagmorgen, kurz vor der Demonstration, hätte die Betriebsleitung v...

Lesen Sie hier weiter!