Mein Berlin: So müssen sich Nacktmulle fühlen

Der Nacktmull, ein mausgroßer Nager aus Afrika

Kürzlich stand morgens der Weihnachtsmann auf unserem Balkon. Ich war ziemlich geschockt, als ich das sah, immerhin ist Sommer. Außerdem hatte ich noch meinen Schlafanzug an. Hätte der Weihnachtsmann nicht mal Bescheid geben können, wenn er außer der Reihe in Prenzlauer Berg vorbeikommt? Dann hätte ich mich hübsch gemacht. Und außerdem: Was hatte er auf unserem Balkon im dritten Stock zu schaffen? Wie man gemeinhin weiß, kommt der Weihnachtsmann stets durch den Schornstein, irgendwann abends, wenn es schön kuschelig und dezemberdunkel ist. Und nicht an einem sonnigen Julimorgen.

Ich öffnete die Balkontür. "Guten Morgen", sagte ich, das konnte in dieser Situation so verkehrt nicht sein. "Morjen!", berlinerte der Weihnachtsmann zurück. Und warf mit einer schwungvollen Bewegung eine große Kettensäge an.

So. Wäre ich nicht so schlaftrunken gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich in dem gruseligsten Horrorfilm seit dem "Texas Chainsaw Massacre" und Steven Kings "Es" gewähnt. Zum Glück merkte ich recht schnell, dass das da nicht der Weihnachtsmann, sondern einfach ein beleibter, freundlicher Mann mit einem großen Rauschebart war. Und er stand nicht direkt auf meinem Balkon, sondern nur auf einer Hebebühne unmittelbar davor.

Mit seiner Kettensäge hatte er es auch nicht auf unschuldige Menschen abgesehen, sondern auf die große Linde, die vor unserem Wohnhaus in den Himmel ragt. Mit einem lauten "Rrrrooaarrrrr" seiner Säge schnitt er Ast für Ast ab, und schließlich den Stamm, Scheibe für ...

Lesen Sie hier weiter!