Berlin: Sehnsucht nach den Amis

Yannick Höppner besuchte für die Berliner Morgenpost das Deutsch-Amerikanische Volksfest in Mariendorf

Bier trinkende Soldaten, an ihrer Seite Frauen in langen Kleidern, deren Zöpfe zu Countrymusik wippen. Dazu stets der Geruch von gegrillten Steaks in der Nase. So stelle ich mir das Deutsch-Amerikanische Volksfest während der Besatzungszeit vor. Ich frage mich, ob es damals so war und wie viel davon heute noch übrig ist.

Bei warm-sonnigen Wetter schlendern Familien im Marienpark von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft. Es ist voll, aber erträglich am Eröffnungstag. Überall begegnen mir große Kinderaugen, die begeistert auf ein Kettenkarussell oder ängstlich auf eine Geisterbahn starren. Ich versuche mich als Erstes im Bogenschießen. "Eher nichts für Kinder", denke ich, "so schwer wie das geht." Drei Pfeile, keiner sitzt, schnell weiter.

Im hinteren Teil des Geländes steht das "Dorf", ein Platz mit einer großen Bühne, gesäumt von hölzernen Imbiss- und Getränkebuden. In der Mitte steht eine Freiheitsstatue, die einen roten Männerslip trägt. Plötzlich fährt ein alter Militärjeep vor. Darin sitzen winkend Veranstalter Thilo-Harry Wollenschlaeger und die im März von ihrer Weltreise zurückgekehrte Rallyefahrerin Heidi Hetzer. "Jetzt sind wir wieder da, an einem Ort, wo die Amerikaner Schutzmacht waren", jubelt Wollenschlaeger den Festbesuchern zu. Dreimal musste das Volksfest mittlerweile umziehen: vom Hüttenweg zur Argentinischen Allee, von dort, raus aus dem ehemals amerikanischen Sektor, in die Nähe des Hauptbahnhofes in Mitte, mit der Folge, dass es 2016 gar kein Deutsch-Amerikanisches ...

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