Berlin: Am Südkreuz startet Pilotprojekt zur Gesichtserkennung

Am Südkreuz wird genau hingeschaut

Dass die neue Videotechnik zur Gesichtserkennung im Bahnhof Südkreuz die Gemüter spaltet, kann man bereits an den Reaktionen der Bahnhofsbesucher ablesen. Ein Mann stockt beim Betreten der Bahnhofshalle, liest die Hinweise auf dem Boden und entscheidet sich dann, seinen Fahrradhelm vor das Gesicht zu halten, während er sich samt Fahrrad seinen Weg zu den Gleisen bahnt. Seine Begleiterin muss lachen und schiebt ihr Fahrrad neben ihm her – ohne Helm vorm Gesicht.

In der Nacht von Montag zu Dienstag wurde am Bahnhof Südkreuz die neue Videotechnik scharf geschaltet. Blaue Hinweispfeile weisen Reisende darauf hin, welcher Teil des Bahnhofes mit Gesichtserkennung überwacht wird und welcher nicht. In einer ersten Phase des Projektes geht es um die Gesichtserkennung. In einer zweiten Phase soll die Software auch gefährliche Situationen erkennen und Alarm schlagen können. Der Testlauf ist auf sechs Monate ausgelegt. "Danach gehen wir in die Auswertung", sagte Bundespolizei-Sprecher Jens Schobranski der Berliner Morgenpost.

An dem Test beteiligen sich 300 Freiwillige

Getestet wird die neue Technik an 300 Freiwilligen in zwei Zonen. Eine ist am Eingang Hildegard-Knef-Platz. Auf drei der sechs Türen sind Kameras mit Gesichtserkennung gerichtet. Die zweite Zone ist an der Treppe vom Bahnsteig zur Westhalle. Dort werden Teile der Rolltreppe und der normalen Treppe erfasst. Für den Test wurden von der Bundespolizei drei Hersteller unterschiedlicher Systeme im Bereich der Gesichtserkennungstech...

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