Berlin: Die Polizei, dein Freund und Kellner

Polizisten am Kottbusser Tor (Archivbild)

Berlin.  "Die Polizei – dein Freund und Helfer" heißt es im Volksmund. Dass Polizisten manchmal aber auch Notarzt, Kellner oder Stromableser sein können, zeigt eine Liste der Berliner Polizei über die Art der 1561 genehmigten Nebentätigkeiten ihrer Beamten, die der Berliner Morgenpost vorliegt.

Die hauptamtlichen Polizisten sind in den unterschiedlichsten Branchen unterwegs: Sie fahren Taxi oder Laster, lesen Wasser-, Gas- oder Stromzähler ab. 125 Beamte stünden als Komparsen vor der Kamera, 43 würden als Verkäufer im Laden stehen und 19 würden sich etwas Geld als Kellner oder hinter dem Tresen dazuverdienen. Die Beamten würden aber auch Lehrtätigkeiten nachgehen (109), ehrenamtliche Arbeit leisten (132) oder den Weg in die Selbstständigkeit suchen (124).

In den letzten drei Monaten ist ein deutlicher Anstieg der Nebenjobs zu erkennen

Seit Jahren blieb die Zahl der Beamten, die einer Nebentätigkeit nachgehen, relativ konstant. Von insgesamt 16.781 Beamten der Berliner Polizei waren es im Jahr 2014 1284 Polizisten, im März 2017 ging die Zahl mit 1200 nebenberuflichen Tätigkeiten leicht zurück. Mit 1561 Nebenjobs ist in den letzten drei Monaten ein deutlicher Anstieg zu erkennen. Laut Benjamin Jendro, Gewerkschaftssprecher der Polizei, könne man dazu momentan nur Mutmaßungen anstellen. "Durch eine angemessene Bezahlung unserer Beamten könnten wir dafür sorgen, dass die Polizisten keiner Nebentätigkeit nachgehen müssen", sagt er. Bei der Besoldung sei Berlin noch immer ein "Schlusslicht", u...

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