Berlin: Parteien kämpfen für Erhalt der Blindenwerkstatt in Steglitz

Die Blindenwerkstatt in Steglitz muss nach 130 Jahren schließen. Im Laden: Korbmacherin Silvia Fröschner

Die ersten Mitarbeiter der Blindenwerkstatt an der Rothenburgstraße 15 in Steglitz haben ihre Kündigung erhalten. Wie berichtet, soll die Werkstatt nach 130 Jahren geschlossen werden, weil die Verluste von etwa 300.000 Euro jährlich nicht mehr vom Blindenhilfswerk ausgeglichen werden können. 13 Blinde und Sehbehinderte sind von der Schließung betroffen.

Für einen Weiterbetrieb der Werkstatt setzt sich nicht nur der Betriebsrat ein. Auch die Bezirksverordneten werden am 9. November im Ausschuss für Soziales über das Thema diskutieren. Mit dabei sind Beschäftigte der Werkstatt. Eingeladen sind aber auch Vertreter vom Trägerverein, dem Blindenhilfswerk, sowie Vertreter des Integrationsfachdienstes und des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin. Anlass für die Debatte ist ein Antrag der FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. Darin wird der Erhalt der Blindenwerkstatt gefordert.

"Wir haben ein großes Interesse, dass die Werkstatt erhalten bleibt"

"Die Schließung wird von der Geschäftsleitung des gemeinnützigen Trägervereins Blindenhilfswerk Berlin mit der Begründung betrieben, dass die Werkstatt keinen ausreichenden eigenen Deckungsbeitrag erwirtschaften würde", sagt Andreas Thimm von der FDP-Fraktion. Nach derzeitiger Kenntnislage gäbe es jedoch Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit der Werkstatt so entscheidend zu verbessern, dass ein Fortbestehen möglich sein könnte. "Die Geschäftsleitung war bislang zu keinem Gespräch bereit", sagt Thimm.

Über das Proble...

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