Berlin-Pankow: Rentner zehn Jahre in Kühltruhe - Mordprozess beginnt

Das Landgericht in der Hauptstadt gab am Montag einer Besetzungsrüge der Verteidigung statt

Neun Monate nach der Entdeckung eines zerstückelten Berliner Rentners in einer Tiefkühltruhe muss sich ab Freitag ein 56-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, den 80-Jährigen in dessen Wohnung erschossen, im Eis versteckt und etwa zehn Jahre lang die Rente des Witwers von monatlich 2000 Euro kassiert zu haben. Das Verbrechen hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen.

Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft, er habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte Gerichtssprecherin Lisa Jani. Jahrelang war das Verschwinden des Witwers unbemerkt geblieben. Nach dem grausigen Fund war auch die Frage aufgekommen, ob ältere Menschen gerade in Großstädten zunehmend vereinsamen - und die Gesellschaft sich nicht genügend kümmert.

Nachbar meldete den Rentner als vermisst

Polizisten hatten am 9. Januar die Wohnung des Toten im Stadtteil Prenzlauer Berg geöffnet und den zerteilten Leichnam gefunden. Ein Mieter des Hauses hatte seinen Nachbarn nach Jahren als vermisst gemeldet. Das Opfer wäre jetzt 90 Jahre alt, der allein lebende Mann soll zwischen dem 30. Dezember 2006 und dem 1. Januar 2007 getötet worden sein.

Laut Gericht soll sich der Angeklagte das Vertrauen des Seniors nach dem Tod von dessen Frau erschlichen haben. Er habe in der Nähe gewohnt, zeitweise einen kleinen Laden für An- und Verkauf betrieben und den alten Mann öfter besucht.

Der mutmaßliche Mörder war durch Videoaufnahmen einer Bank ins Visier der Ermittler geraten....

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