Berlin: Neuer Anlauf zur Gedenkstätte für Flucht und Vertreibung

Die Baustelle des Deutschlandhauses

Nach jahrelangen Querelen gibt es einen neuen Anlauf zu der geplanten Gedenkstätte für Flucht und Vertreibung in Berlin. Die verantwortliche Bundesstiftung legte unter ihrer neuen Chefin Gundula Bavendamm am Dienstag ein Konzept für die künftige Dauerausstellung vor. Sie soll im Deutschlandhaus in Kreuzberg gezeigt werden, dessen Sanierung sich allerdings voraussichtlich bis 2018 verzögert.

Stärker als bisher sieht das Konzept vor, die Vertreibung der Deutschen aus den Ländern östlich von Oder und Neiße nach dem Krieg in einen größeren historischen Zusammenhang zu stellen. Auch soll es einen ausdrücklichen Bezug zur Gegenwart geben. Der Stiftungsrat hat das Papier nach Angaben vom Dienstag in seiner letzten Sitzung einstimmig verabschiedet.

Befürchtungen aus Polen

Wie stark das Schicksal der etwa 12 bis 14 Millionen deutschen Vertriebenen bei der geplanten Dauerausstellung im Mittelpunkt stehen sollte, war über Jahre hinweg Thema von teils erbitterten Debatten. Vor allem in Polen gab es Befürchtungen, die Deutschen könnten sich selbst zu Opfern machen und so von ihrer Schuld in der Nazi-Zeit ablenken.

Nun soll das Schicksal der Deutschen doppelt eingeordnet werden. Im ersten Ausstellungsteil sei eine europäische Perspektive auf Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert geplant, heißt es in dem 50-Seiten-Papier der Stiftung. Zudem solle deutlich werden, dass es zwischen der NS-Expansions- und Vernichtungspolitik und der späteren Vertreibung der Deutschen Verbindungen gebe. Bavendamm st...

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