Berlin: Neue Visionen für den Botanischen Garten

Thomas Borsch ist Direktor im Botanischen Garten

Zur Eröffnung der Lichtershow "Christmas Garden" im vergangenen November ist der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) gern in den Botanischen Garten nach Dahlem gekommen. Auf vielen Fotos sieht man ihn plaudernd mit Schauspieler Dieter Hallervorden. Mehr als 100.000 zusätzliche Besucher zog das Weihnachtsevent an und bescherte auch dem Garten zusätzliche Einnahmen. Umso überraschender ist, dass Müller im jüngsten Wissenschaftsausschuss davon sprach, dass der Botanische Garten "Visionen" bräuchte, um finanziell künftig auskömmlich zu überleben.

Wechselnde Ausstellungen, Halloweenpartys, Sommerkonzerte, Botanische Nächte, Staudenmarkt, Kakteenschau – das alles sind für Müller offenbar keine "Visionen".

"Michael Müller war noch nie im Garten, um sich über die Situation zu informieren", sagt Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens. Genau das aber fordert er. "Wir müssen uns vor Ort treffen und Sachinformationen austauschen."

Anlass der Aussprache im Wissenschaftsausschuss war ein Antrag der CDU-Fraktion. "Der Senat darf den Botanischen Garten nicht sich selbst überlassen beziehungsweise die Verantwortung an die Freie Universität (FU) abschieben", sagt Adrian Grasse, forschungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Vor mehr als vier Monaten sprach der Gartendirektor erstmals öffentlich über die angespannte finanzielle und personelle Situation der Dahlemer Einrichtung. 1995 wurde der Botanische Garten in die Freie Universität eingegliedert und wird...

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