Berlin: Nachts im Gefängnis: Hostelbetten in der Zelle

Ein neuer Besitzer baut ehemalige Haftanstalt für Frauen zu einem besonderen Ort für Kultur und Events um.

Die Heckmann-Höfe an der Oranienburger Straße in Mitte waren sein erstes Projekt – sie sind heute eine stadtbekannte Adresse für Kultur und Kreative. Jetzt hat sich der Unternehmer Joachim Köhrich ein neues Projekt gesucht. Wieder ist es eine besondere Location, wieder will er sie zu einem festen Punkt im Veranstaltungskalender der Hauptstadt machen: Der 49-Jährige hat das ehemalige Frauengefängnis an der Lichterfelder Söthstraße gekauft – bereits bekannt in der Kulturszene als "Soeth7". Bis zum Frühjahr nächsten Jahres wird das Gebäude hinter dem Amtsgericht Lichterfelde umgebaut und deshalb zum großen Teil geschlossen bleiben.

Die 70 Zellentüren sind seit 2010 nicht mehr verriegelt. In den Jahren des Leerstandes wurde die alte Justizvollzugsanstalt oft als Filmkulisse genutzt. George Clooney, Til Schweiger und Moritz Bleibtreu haben dort gedreht, eine Serie des ZDF entstand hinter den Gefängnismauern. 2016 kaufte der Veranstaltungsmanager Jochen Hahn das Gebäude mit Verwaltungs- und Zellentrakt, vier Sälen und einem Nebengebäude.

Er nahm sofort den Kulturbetrieb auf: Konzerte im Lichthof, Theaterstücke im Kuppelsaal, Ausstellungen. Parallel dazu hatte er die Anträge für einige Umbauten in dem denkmalgeschützen Haus eingereicht. "Als ich die Genehmigung in den Händen hielt und die Auflagen, vor allem für den Brandschutz, sah, wusste ich, dass ich es allein nicht schaffen werde", begründet Hahn den Verkauf. Die Gefangenen müssten ja früher offenbar alle schwer entflammbar gewes...

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