Berlin: Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern ist extrem hoch

In Berlin gibt es nur selten Unternehmen, die tiefer in die Technologie gehen, zum Beispiel um Computerchips herzustellen

Mit seiner Personalberatung H&P Service Group residiert Michael Herbert an der Friedrichstraße. Früher war er lange in der Geschäftsleitung von Kienbaum. Seine 2008 gegründete Firma mit Büros in Dortmund, Frankfurt, Hannover, München und Ulm hat aber auch einen guten Überblick über den Arbeitsmarkt in anderen Regionen und kann die Entwicklung in Berlin einordnen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung auf dem Berliner Arbeitsmarkt ein?

Michael Herbert: Wir haben in ganz Deutschland eine unglaublich positive Job-Entwicklung. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern ist extrem hoch. Wir beobachten aber, dass sich in Berlin die Struktur der nachgefragten Jobs vom Rest der Bundesrepu­blik doch unterscheidet.

Inwiefern?

Wir haben hier einen übergroßen Zuwachs im Dienstleistungssektor. Und wir sehen eine sehr große Nachfrage im Bereich des E-Commerce und der IT-Entwicklung. Und es gibt in Berlin mehr und mehr Ansiedlungen von klassischen Unternehmen der Old Economy, die hier ihre digitalen Einheiten aufbauen. Aber die Jobs, die hier geschaffen werden, liegen von den Gehältern her rund 30 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Liegt das am niedrigeren Berliner Einkommensniveau oder sind die Jobs nicht so qualifiziert wie woanders?

Zum einen sind in Berlin die Lebenshaltungskosten eben doch noch vergleichsweise moderat. In anderen Städten muss man als Firma 25 bis 30 Prozent mehr zahlen, um die gleichen Qualifikationen zu bekommen wie in Berlin.

Und die Qualifikationen, die hier gesucht wer...

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