Berliner Kirchen: Multimedia erobert jetzt auch die Einsiedelei

Alice von Podbielski-Stellpflug, Kuratoriumsvorsitzende für St. Peter und Jörn von der Lieth, Geschäftsführer der HWS

Es ist einer der verträumtesten, auf jeden Fall einer der entlegensten Orte der Hauptstadt. Und doch: Die Ausflugskirche St. Peter und Paul in Wannsee soll zum Pionier einer digitalen Revolution in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz werden. Am Südwestrand Berlins, in der Einsiedelei Nikolskoe im Düppeler Forst, soll eine digitale Kirchenbank Besucher zum Verweilen einladen, Touristen mit Hintergrundwissen versorgen, vielleicht Gläubige durch den Gottesdienst geleiten.

"Godspot" heißt das freie Wlan der Kirche

Wer die 1834 bis 1837 durch Friedrich August Stüler erbaute Kirche besucht, wird unweigerlich von der Aura des Ensembles umfangen. Ganz still ist es im original erhaltenen Kirchenraum. Unter dem hölzernen Eingangsbaldachin oder auf der Aussichtsplattform oberhalb des Uferweges klingt entfernt die Motorsäge eines Forstarbeiters oder ein Bootsmotor herüber. Im Kirchturm unter der Zwiebelhaube, wohin man über eine mit Spinnweben überzogene steile Holztreppe gelangt, nisten Fledermäuse. Bei geöffneten Fensterläden schweift der Blick über den Wald längs der Havel, der als Vogelschutzgebiet seltenen Arten wie Neuntöter, Pirol und sogar dem See­adler Brutstätten bietet.

Ein "magischer Ort" sei Peter und Paul, sagt Alice von Podbielski-Stellpflug, Vorsitzende des Kuratoriums, das diese Kirche ohne eigene Ortsgemeinde verwaltet. "Und selbst wer kein Christ ist, kann sich vorstellen, wie hier nachts die Elfen tanzen." Die Lage, die Gründungsgeschichte...

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