Berlin-Moabit: Menschenkette gegen Stellenabbau bei Siemens

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) spricht vor der Siemensbelegschaft

Vor dem Gasturbinenwerk an der Huttenstraße in Berlin-Moabit haben am Montagmittag Hunderte Menschen gegen den massiven Stellenabbau bei Siemens protestiert. Etwa 800 Demonstranten bildeten vor der Halle eine Menschenkette. Das Unternehmen hatte angekündigt, weltweit rund 7000 Jobs zu streichen, davon 900 in Berlin.

An der Aktion in Moabit nahmen auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) teil. Müller kritisierte die Firmenleitung deutlich und nannte es eine "Schande", dass es dem Vorstand nicht gelungen sei, Perspektiven für die Siemens-Mitarbeiter zu entwickeln.

Das Werk stehe weltweit bei Kunden für Qualität und sei Innovationsführer, sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel. "Dafür, dass das auch in Zukunft so bleibt, kämpfen wir." "Hier stehen wir und können nicht anders", hieß es auf Transparenten in Anlehnung an einen Luther zugeschriebenen Ausspruch. Auf einem anderen Spruchband stand ein Zitat des Firmengründers Werner von Siemens: "Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht."

Der Konzern setzt derweil beim geplanten Abbau Tausender Jobs in Deutschland auf die Kompromissbereitschaft der Arbeitnehmervertreter. "Ich hoffe, dass die Gewerkschaft vom Protest zum Dialog finden wird und wir einen Interessenausgleich zustande bekommen", sagte Personalchefin Janina Kugel. Dieser solle beispielsweise erreicht werden mit Abfindungen, Beschäftigungsgesellschaften, Weiterqualifizierungen...

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