Mein Berlin : Mitte 30 in Berlin: Wo sind nur die wilden Zeiten hin?

Ausgehen? Ach Schatz, lass uns lieber diese neue Serie auf Netflix gucken!

Wenn man Mitte 30 ist, ist es manchmal ganz schön schwer, sich abends mit Freunden zu verabreden. Alle sind so furchtbar erwachsen geworden – mit Kindern, Karriere, Thermomix und einem Tomatengewächshaus in Brandenburg. Keiner hat mehr Zeit, um spontan und möglicherweise leicht angesäuselt um die Häuser zu ziehen. Erbärmlich ist das. Wo sind nur die wilden Zeiten geblieben?

Kumpel Nummer eins zum Beispiel muss morgens immer um 6 Uhr aufstehen, um die Kinder in die Kita zu bringen, und ist ab 21 Uhr müde. Nummer zwei trainiert für den Berlin-Marathon im Herbst und absolviert noch vor der Arbeit seinen Zehn-Kilometer-Intervall-Lauf. Statt Alkohol gibt es abends Pasta und einen Chiasamen-Grünkohl-Shake. Kumpel Nummer drei guckt aktuell die gesamten Staffeln von "Game of Thrones" durch und geht nur noch zum Rauchen vor die Tür. Ich selbst bin auch nicht frei von Schuld: Erst neulich sagte ich ein Treffen ab, weil es auf der Couch so gemütlich war und im Fernsehen eine Wiederholung von "Jurassic Park" lief. Wild gewordene Dinosaurier, die alles kurz und klein stampfen – das ist wie Rushhour in Berlin. Nur, dass man bei "Jurassic Park" von einem Raptor oder T-Rex gefressen wird. Das kommt bei uns zum Glück ja nicht ganz so oft vor.

Aber ach, was sind wir Mittdreißiger langweilig geworden. Während die Generation Golf immerhin noch ihren Hedonismus hat, haben wir, ich nenn uns mal die Generation Sofa, nur noch unsere Smartphones, die Facebook-App und eine Tüte Späti-Chips. Doch kürzlic...

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