Berlin: Lehre an Prometheus-Akademie geht weiter - ohne Leichen

Der Sitz der Prometheus-Akademie in der Straße Am Borsigturm

Tegel.  Am Borsigtor parkt ein Notarztwagen vor einem restaurierten Backsteinbau. Ein Blaulicht, das wissen die Ordnungsbehörden inzwischen, dürfte der Kombi im Grunde nicht haben. Seinem Fahrer, dem Leiter der Prometheus-Akademie in Tegel, dem Rettungssanitäter Markus W., fehlte dazu die Befugnis. Es ist nur eine kleine Ungereimtheit in einem Fall, der selbst in Medizinfragen erfahrene Mitarbeiter des Bezirksamts Reinickendorf erschüttert hat.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt derzeit, inwiefern Markus W. über eine amerikanische Firma ­Leichenteile nach Deutschland importiert hat, ohne dass die Herkunft und Identität der Körper geklärt wäre. Entsprechende Nachweise habe die Akademie bei einer Kontrolle des Gesundheitsamts Reinickendorf nicht er­bringen können, erklärte Amtsleiter Patrick Larscheid. Im Rahmen eines Kurses für angehende Medizinstudenten an der Akademie hätten Laien unter Anleitung von Dozenten an den verschiedenen Körperteilen Übungen durchgeführt. Dies sei gemäß des Berliner Sektions- und Bestattungsgesetzes verboten und bedeute eine Störung der Totenruhe.

Anwälte von Markus W. weisen die Vorwürfe zurück und geben an, er habe die nötigen Nachweise für die Einführung und Lagerung der Leichen erbracht.

Doch im Gesundheitsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung bekräftigten Amtsleiter Larscheid und Stadtrat Uwe Brockhausen (SPD) nun ihre Erkenntnisse. Anders als bisher dargestellt sei das Problem nicht bei einer Routinekontrolle aufgefallen, sagte Brockhausen den...

Lesen Sie hier weiter!