Berlin: "Kitas bewegen": Die Kinder gingen leer aus

Das 2012 gestartete Landesprogramm gilt als Vorzeige-Projekt. Doch der Rechnungshof sieht Mängel bei der Verwendung der Mittel.

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres (SPD) erfüllt das Projekt "mit Stolz". Die Bertelsmann Stiftung spricht von einem "hervorragenden Beispiel für Vernetzung". Denn zwölf Kooperationspartner verfolgten alle ein gemeinsames Ziel: Die Bildungs- und Gesundheitschancen für Kinder sowie das Wohlbefinden und die Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher zu verbessern.

Das 2012 gestartete Landesprogramm "Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita" wird als Erfolg über Berlin hinaus gefeiert. Jetzt aber fanden die obersten Rechnungsprüfer heraus: Lediglich etwa ein Prozent der dafür ausgereichten Gelder aus dem Landeshaushalt sind 2014 im Rahmen des Programms tatsächlich für Maßnahmen verwendet worden, die den Kindern zugutekommen. Im Jahr darauf waren es magere zwei Prozent.

"Die Landesmittel dienten überwiegend der Finanzierung von Personalausgaben in der Koordinierungsstelle", rügt die unabhängige Prüfbehörde. Im Jahresbericht 2017 heißt es: "Der Rechnungshof sieht einen groben Verstoß gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit." Das ist mehr als der bloße Appell, es künftig besser zu machen.

Um die Kitas "zu bewegen", wurde in den vergangenen Jahren ziemlich viel Geld bewegt: In den Haushaltsjahren 2012 bis 2015 hat das Land jedes Jahr 250.000 Euro aus dem Haushalt dafür bereitgestellt. Für die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Berliner Bildungsprogramms BBP sind zudem 300.000 Euro für die Jahre 2014 und 2015 vorgesehe...

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