Pflege: Wenn Kinder ihre eigenen Eltern pflegen

Gabriele Tammen-Parr vom Verein „Pflege in Not“ mit Andrea Lehmann und Projektleiter Benjamin Salzmann (v.l.)

Lange Zeit war die Pflege ihrer schwerbehinderten Schwester für Andrea Lehmann* (23) selbstverständlich: Essen anreichen, Windeln wechseln, die epileptischen Anfälle von Anna (11) auffangen, immer auf der Hut sein. Dass das, was sie in ihrer Familie leistete, außergewöhnlich war, merkte sie erst viel später. "Eigentlich wurde uns erst richtig bewusst, wie schwer die Belastung war, als wir einen Pflegedienst zur Seite gestellt bekamen", sagt Lehmann. Das war am Anfang dieses Jahres, zuvor hatten ihre Eltern sechs Monate auf die Bewilligung der Pflegehilfe gewartet. "Das Team besteht aus zehn Leuten. Das heißt, meine Familie und ich haben elf Jahre lang die Arbeit von zehn Menschen geleistet", sagt sie.

Gesundheitssenatorin Kolat unterstützt das neue Angebot

Es sind Menschen wie Andrea Lehmann, denen die neue Onlineberatung "echt unersetzlich...!?" helfen möchte. Das Projekt des Vereins "Pflege in Not", finanziert von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, ist bundesweit das erste seiner Art, ein echter Leuchtturm. Die zuständige Senatorin Dilek Kolat (SPD) sagt bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag, es sei ihr eine Herzensangelegenheit. "Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, wenn die eigenen Eltern pflegebedürftig werden oder unvermittelt schwer erkranken. Für Minderjährige ist diese Belastung enorm, sie stehen schon sehr früh in ihrem Leben unter großen Druck. Auch und gerade emotional. Diese Gruppe von pflegenden Angehörigen ...

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