Restaurants in Berlin: Wenn der Küchenchef eine Chefin ist

Sonja Frühsammer in ihrem Restaurant in Wilmersdorf

"Es gab Zeiten während meiner Lehre als Köchin, da kam ich von der Arbeit nach Hause und habe geweint", erzählt Josita Hartanto, Besitzerin und Chefköchin im veganen Restaurant "Lucky Leek" in Prenzlauer Berg. "Meine Mutter hat mich oft getröstet", berichtet sie. Aber nicht nur das. "Sie hat den Ausbildungskoch mit einem Voodoo-Fluch belegt. Als er sich selbstständig machte, ging er pleite. Tja, Mann sollte sich nicht mit Frauen anlegen." Nach mehreren Stationen in Restaurants betreibt die Tochter einer Deutschen und eines Indonesiers seit sechs Jahren ihr eigenes Restaurant. Letztes Jahr erhielt sie als einziges veganes in Deutschland den begehrten Bib Gourmand von Michelin verliehen. Ihre Gäste schätzen Topinambur-Wantan, geräucherte Auberginen oder Linsen-Cashew-Röllchen.

Auch Sophia Hoffmann hat sich der veganen Küche verschrieben, die junge Köchin vermarktet ihre Dinner-Events im Internet und hat das Kochbuch "Vegan Queens" geschrieben, in dem sie Frauen in der Gastronomie porträtiert, sieben der zehn vorgestellten Unternehmen haben ihren Sitz in Berlin. Seit Anfang 2017 gibt es den "Feminist-Food-Club", mittlerweile habe das Frauen-Netzwerk rund 460 Mitglieder. Ziel sei, der männlichen Dominanz "etwas entgegenzusetzen, aber auch einfach Austausch, Hilfe und Vernetzung untereinander", erläutert Sophia Hoffmann. Sie und ihre Mitstreiterinnen streben einen Paradigmenwechsel an, sowohl was "Bezahlung, aber auch Work-Life-Balance angeht, sodass Alltagssexismus in der Gastrono...

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