Boomende Hauptstadt: Was hinter dem Jobwunder von Berlin steckt

Maria Galetta (l), Lavinia Aparaschivej, und Anja Urnes (r) arbeiten bei Relayr, einer der großen Hoffnungen der Berliner Tech-Szene

Die junge Frau mit den bunten Haaren spricht aus, was viele denken: "Ich wollte einfach in Berlin sein." Dank der EU-Mitgliedschaft ihres Heimatlandes Rumänien war es für Lavinia Aparaschivej einfach, sich den Wunsch zu erfüllen. Nach Stationen in Amsterdam und New York zog die 28 Jahre alte Psychologin vor zehn Monaten nach Berlin. Bei Relayr fand sie nach vier Wochen in Kreuzberg eine Stelle im Marketing. Die Firma vernetzt Maschinen mit dem Internet und gilt als eine der großen Hoffnungen der Berliner Tech-Szene, man will von bisher knapp 200 auf 500 Mitarbeiter aufstocken.

Die Hauptstadt schreibt derzeit viele solcher Geschichten. Im Gefolge der IT-Landschaft wachsen Dienstleistungen und Tourismus und auch die öffentliche Verwaltung stellt wieder Tausende Mitarbeiter ein.

Die Entwicklung ist erstaunlich. 2005 hockte die deutsche Hauptstadt noch im Tal der Tränen. 319.000 Bürger waren offiziell auf Jobsuche, die Arbeitslosenquote lag bei desaströsen 19 Prozent. Aber in kaum zwölf Jahren hat sich ein Jobwunder ereignet in Berlin. 2015 fiel die lange als kaum erreichbar geltende Zielmarke von 200.000 Erwerbslosen. Im Juni 2017 sind nur noch 166.000 Berliner ohne Arbeitsplatz, das ist der niedrigste Wert seit 26 Jahren. Die Quote hat sich gegenüber 2005 auf 8,8 Prozent mehr als halbiert.

"2017 wird für Berlin ein Rekordjahr in der Beschäftigung werden"

Bernd Becking, Leiter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, sieht kein Ende des Trends: "Alle In...

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