Berlin: Insolvenz von Air Berlin - "Es tut in der Seele weh"

Ein Co-Pilot von Air Berlin im Cockpit

Sein halbes Leben ist er mit Air Berlin um die Welt geflogen. Das ist bald vorbei, sein Arbeitgeber hat Insolvenz angemeldet. Obwohl er das nicht darf, will ein Pilot, der aus der Nähe von Berlin kommt und anonym bleiben muss, über die Airline sprechen.

Stehen Sie noch unter Schock?

Es war keine Überraschung, aber wir hatten alle damit gerechnet, dass es erst nächstes Jahr passiert. Dass wir verkauft werden und der Name Air Berlin verschwindet. Ich bin froh, dass die Bundesregierung den Kredit gewährt hat. Das war vernünftig, jetzt können wir wenigstens die Passagiere nach Hause bringen.

Was ist aus Ihrer Sicht schiefgelaufen?

Man hat versucht, ein Hybridmodell einzuführen, bei dem man auf allen drei Märkten unterwegs ist: Linienverkehr, Charterflüge, Langstrecke. Zu kompliziert. Schauen Sie auf Easyjet: Die haben einfache Strukturen und können sich auf das Produkt und die Kunden konzentrieren. Erst Ex-Geschäftsführer Stefan Pichler hat das bei Air Berlin geändert, Thomas Winkelmann hat es fortgeführt: die Auslagerung von Niki, die Konzentration auf den Linienverkehr. Leider zu spät.

Wann haben Sie gewusst, dass die Insolvenz kommen wird?

Schon vor ein paar Jahren. Nicht unbedingt eine Insolvenz, aber zumindest eine komplette Restrukturierung. Als Pichler sagte, wir konzentrieren uns auf einen Markt, dachte ich, es könne vielleicht noch gut gehen. Am Ende hat Etihad mit allen Entscheidern an einem Tisch gesessen, und deswegen finde ich es besonders schade, dass sie sich auf so eine...

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