Berlin: Hilfe für schwule Männer mit Kinderwunsch

In der einzigen schwulen Vätergruppe Berlins berät Gianni Bettucci Männer, die Nachwuchs zeugen möchten.

"Ich bin ein Vollzeitvater", sagt Gianni Bettucci (43) lachend. Der gebürtige Italiener lebt seit 17 Jahren in Berlin und arbeitet in Prenzlauer Berg als Manager einer Theatergruppe. Bettucci hat eine zweijährige Tochter, die Mutter und er waren jedoch nie ein Paar – Bettucci ist schwul, die Mutter Christine Wagner lesbisch. "Eigentlich sind wir damit die Konservativen", so Bettucci. Häufig hatte er beobachtet, dass das Thema Familiengründung unter gleichgeschlechtlichen Paaren vor allem ein Frauenthema ist. Viele Gruppen und Beratungsstellen seien frauengeführt oder richten sich ausschließlich an Mütter in spe.

Die Kindsväter – das sind häufig, aber nicht immer schwule Männer – hätten bisher keinen Ort zum Austausch von juristischen, persönlichen oder familiären Belangen. Vor einem Jahr gründete Bettucci deshalb den Stammtisch "The Daddies", der sich über Facebook und WhatsApp organisiert. "Es gibt viele andere schwule Väter, aber die waren wie Inseln, die nicht miteinander gesprochen haben", erzählt Bettucci über die Gründung. Einmal im Monat treffen sich schwule Väter und solche, die es werden wollen. Sie wünschen sich einen geschützten Austausch über persönliche Erfahrungen, deswegen kommen keine Frauen zu den Treffen.

Die Eltern brauchen Zeit zum Kennenlernen

"Zu uns kommen Männer, die ein Interesse oder den Instinkt haben, aktiv Vater zu werden. Es kommen Menschen, die eine Art von Familie und Verwurzelung in Berlin suchen", so Bettucci. Anfangs waren sie zu viert, einige ...

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