Breitscheidplatz: Gedenken an Terror-Anschlag neben der Currywurst-Bude

An der Gedächtniskirche erinnern Lichter, Blumen und Plakate an die Opfer des Terroranschlags eines Islamisten

"Was mich wirklich nervt, sind Leute, die an meinen Stand kommen und fragen, wo genau denn der Anschlag passiert ist", sagt eine Markthändlerin. "Die stellen sich dann doch wirklich genau an die Stelle und machen ein Selfie vor diesem Hintergrund. Da bleibt mir jedes Mal der Mund offen stehen", empört sie sich. Sie war mit ihrer Bude am 19. Dezember 2016 nicht auf dem Weihnachtsmarkt, "aber ich kenne Kollegen, die dabei waren, die haben heute noch dran zu knapsen". Reden wollen die meisten ihrer Kollegen nicht mehr über das Attentat, das während des Weihnachtsmarkts über sie hereingebrochen ist: Man habe chon alles gesagt, was zu sagen sei. Das Leben müsse weitergehen, sagen sie. Und: "Wir müssen doch alle unser Geld verdienen."

Grablichter und Blumen am Turm der Gedächtniskirche

"Summer in the City" heißt das aktuelle Treiben, das die AG City rund um die Gedächtniskirche veranstaltet. Scheinbar unberührt von der Tragödie treffen sich Berliner und Touristen auf dem Breitscheidplatz zum Feiern, Essen und Trinken. Doch in der Mitte des Platzes, umgeben von Buden und Karussells, zeugen am Sockel des alten Turms der Gedächtniskirche immer neue Grablichter, Blumen und Fotos davon, dass die Wunden noch nicht verheilt sind. Das Leben geht weiter, die Erschütterung, die aber auch Menschen berührt hat, die kein Familienmitglied verloren haben, bedarf weiter der Möglichkeit eines Innehaltens.

Ein Mann murrt, dass in einer Holzhütte nur wenige Meter vom Gedenkort entfernt Currywürste feilg...

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