Mein Berlin: Gedanken, die man auf dem Alexanderplatz hat

Vorsicht vor der Tram, die immer mitten über den Platz fährt

Am Wochenende fuhr ich abends mit der proppevollen U2, als ich neben mir ein interessantes Gespräch mit anhören konnte. Das zählt ja zu den Dingen, die man im Berliner Nahverkehr neben einem unfreiwilligen Sauna-Erlebnis und einer Platzangst-Therapie regelmäßig gratis dazubekommt: Einblicke in das Privatleben anderer Menschen, die aus unerfindlichen Gründen nicht wie alle anderen per Handy miteinander kommunizieren, sondern sich tatsächlich unterhalten.

So auch am vergangenen Freitagabend in einem Waggon, in dem gerade halb Berlin mitzufahren schien: entweder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder von zu Hause hinein in die Nacht. Eine Gefühlsmelange irgendwo zwischen genervter Erschöpfung und aufgedrehter Euphorie, die da rumpelnd den Berliner Untergrund durchquerte.

Um mich herum jedenfalls standen ein paar Frauen Mitte 40. Offenbar ein Betriebsausflug nach Feierabend, man wollte etwas trinken gehen am Alexanderplatz. Feuchtfröhliche Vorfreude – zumindest bei den meisten: "Die Ilona kommt ja übrigens nicht mit", sagte nämlich eine der Frauen zu den anderen. "Die geht nicht mehr zum Alex. Sie sagt, sie hat da Angst." Oha.

Ja, es stimmt schon, der Alexanderplatz hat sich zuletzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Schlägereien, Messerstechereien – gefühlt vergeht keine Woche, in der nicht wieder jemand auf jemanden losgegangen ist. Deshalb soll dort jetzt ein mobiler Kamerawagen herumfahren und eine neue Polizeiwache entstehen – schon sinnvoll.

"Der Fernsehturm. Hach, wie schön...

Lesen Sie hier weiter!