Berlin: Corona und die Kälte machen es Obdachlosen schwer

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Berlin. Das Problem beginnt am Alexanderplatz abends um kurz vor neun. Während draußen die Scheiben der geparkten Autos zufrieren, sitzt drinnen im Bahnhof ein Mann im Rollstuhl neben der Treppe zur U-Bahn. Neben ihm liegen abgeschabte Tüten und eine Isomatte, in den Händen hält er einen dampfenden Becher Tee und einen Plastikteller mit Eintopf. Während sich vom anderen Ende des Bahnhofs zwei Sicherheitsleute auf den Weg zu ihm machen, beginnt der Mann hastig zu löffeln. Er wird nicht weit kommen.

Die Suppe stammt nicht vom Imbiss, sondern ist eine Gabe von Helfern, die derzeit mit vielen Ideen versuchen, den Menschen auf der Straße das Leben trotz Corona zu erleichtern. Seit März haben die meisten Tagescafés und Suppenküchen ihre Aufenthaltsräume geschlossen, viele bieten Essen und Getränke nur zum Mitnehmen an. Dagegen sollen Gabenzäune helfen, private Aktionen und sogenannte Suppen-Mobile, die in der Stadt unterwegs sind

Danny (33) im Bahnhof Alexanderplatz - kurz, bevor der Suppenbus kommt und die Sicherheitsleute ihn aus dem Bahnhof weisen.<span class="copyright">Uta Keseling / BM</span>
Danny (33) im Bahnhof Alexanderplatz - kurz, bevor der Suppenbus kommt und die Sicherheitsleute ihn aus dem Bahnhof weisen.Uta Keseling / BM

Wie zu Danny, der Mann im Rollstuhl. Während sich die Sicherheitsleute im Bahnhof schon den nächsten Suppenesser vornehmen, sitzt Danny schon draußen. „Die haben mich rausgeschmissen”. Er reibt sich frierend die Hände. Die Suppe steht neben ihm am Boden. Zu essen habe er mehr als genug, sagt er, „nur wo ich das essen soll, weiß ich nicht”. Seit einem Unfall im Sommer sitzt Danny im Rollstuhl. Er könne zwar laufen, sagt er, aber nur mit Schmerzen. Und schlafen?

In der größten Notübernachtung der Stadt bekommen alle Gäste einen Schnell...

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