Berlin: Charité wegen Streiks im Ausnahmezustand

Teilnehmer des Verdi-Streiks an der Charité Berlin

Der Konflikt zwischen der Charité-Führung und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich am Montag, dem ersten Streiktag der Pflegekräfte, zugespitzt. Gewerkschaftsvertreter warfen der Unternehmensleitung vor, sie hätten Beschäftigten das Streikrecht verwehrt. Die Situation am Morgen sei schwierig gewesen, weil die Arbeitgeberseite das normale klinische Programm habe weiterlaufen lassen, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. So seien nur wenige der planbaren Operationen abgesagt worden. Viele Streikwillige hätten sich daher nicht beteiligen können.

Fast die Hälfte der planbaren Operationen abgesagt

Der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, wies diese Darstellung zurück. Alle Mitarbeiter seien zu Dienstbeginn gefragt worden. "Wer streiken wollte, durfte streiken", sagte Frei der Berliner Morgenpost. Er kritisierte, dass Verdi mit solchen Behauptungen die geringe Streikbereitschaft ausgleichen wolle. Rund die Hälfte der planbaren Operationen seien an den drei Kliniken Mitte, Virchow (Wedding) und Benjamin Franklin (Steglitz) abgesagt worden. Das seien in Mitte und Steglitz rund 45 von 90 OPs gewesen, für das Virchow-Klinikum lagen keine Zahlen vor. Frei wies darauf hin, dass auch planbare Operationen oft von großer Wichtigkeit seien, etwa wenn ein Tumor entfernt werden müsse. Am Freitag hatte ein Charité-Sprecher allerdings noch mitgeteilt, alle planbaren Operationen seien abgesagt.

Nach Verdi-Angaben hätten sich am Montag mehrere Hundert Pflegekräfte am Ausstand bet...

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