Berlin-Challenge: Von der Kunst, sich auslachen zu lassen

Magier Dan Marques mit seiner Morgenpost-Assistentin Uta Keseling

Um es gleich zu sagen: Auf dem Höhepunkt der Show werde ich mit einem Pömpel auf dem Kopf am Hauptbahnhof stehen, eine riesige Brille auf der Nase, ein Glas ist ersetzt durch einen überdimensionierten Knopf, durch den ich blinzele und zu erkennen versuche, was um mich herum passiert. Warum lacht dieses Mädchen da so, das vor mir steht? Und all die anderen, die ich da im Hintergrund kichern höre – was, bitte, ist gerade so lustig? Oh Gott – ich? Okay, denke ich, sieht ja keiner. Zumindest niemand, den ich kenne. Ein Irrtum, wie sich noch herausstellen wird.

Sich einmal so richtig zum Affen machen? Nun ja. Ich gebe zu: Einerseits mag ich es, wenn gelacht wird. Nichts verbindet Menschen so direkt wie ein Lächeln, hat neulich mal ein Polizist zu mir gesagt, der auf einer Demo ein paar Faxen mit Jugendlichen machte – auch solche auf seine Kosten. Unter anderem hatten sie seine Mütze geklaut – er stellte sich einfach mit zum Selfie. Andererseits: Als Kind, wenn im Zirkus Freiwillige für den Clown gesucht wurden, machte ich mich doch lieber unsichtbar. Um dann umso gebannter zuzuschauen, wie andere in der Manege vorgeführt werden sollten.

Umso größer die Herausforderung, einmal vor wildfremden Menschen aufzutreten. Wie ist es, denen in die Augen zu schauen, zwischen denen man sich sonst selbst lieber versteckt – dem Publikum? Als ich Kollegen von meiner Idee erzählte, mich probehalber als Clown oder Straßenkünstlerin zu versuchen, reichten die Reaktionen von Gelächter bis zu purem Unv...

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