Berlin/Brandenburg: Wildschweine im Visier der Jäger

Unterwegs in Kleinmachnow mit Jager Peter Hemmerden bei der Wildschweinjagd

Es ist nur ein leises Knacken, aber es reicht, um Peter Hemmerden in den Ausnahmezustand zu versetzen. Kleinmachnow in Brandenburg. Ein Hochsitz in einem Waldstück. Hier sitzt man neben ihm, dem Jäger. Es ist ein bisschen wie im Theater. Wir haben einen Logenplatz. Durch eine offene Fensterluke schauen wir auf eine Lichtung. Noch hat sich die Dämmerung nicht vollständig über der Bühne gesenkt. Und noch wissen wir nicht, ob hier heute Nacht ein Schauspiel aufgeführt wird – und wenn ja, welches. Doch Peter Hemmerden hat jetzt schon Lampenfieber.

Er hat die Stimme gedämpft und das Handy auf lautlos gestellt, bevor er die Leiter zu dem Hochsitz hochgeklettert ist. Er sagt: "Müssen Sie vorher noch mal für kleine Mädchen?" Schließlich müsse man sich auf eine lange Nacht einrichten. Wildschweine sind nachtaktive Tiere. Vielleicht kommen sie schon um 21 Uhr, vielleicht auch erst um drei Uhr morgens, vielleicht aber auch gar nicht. Er sagt: "Die Chancen stehen heute fifty-fifty."

Es ist jetzt fast dunkel. Man sieht kaum noch etwas. Man hört aber umso mehr. Erst den Wind, der in den Blättern raschelt. Vögel, die immer leiser werden, bis auch der letzte den anderen eine gute Nacht gewünscht hat. Und dann ein Tatütata. Der Wind weht es von der Hauptstraße herüber. Hemmerden flucht leise in sich hinein. Er sagt, es sind die Geräusche aus dem Wald, an denen er sich orientiert. Eine Amsel, die schreit, um ihre Artgenossen zu warnen, das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Schweine in der...

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