Berlin beklagt fehlende Rücksicht bei Suche nach Atommüllendlager in der Schweiz

Barbara Hendricks

Die Bundesregierung hat den Schweizer Behörden mangelnde Rücksicht auf deutsche Interessen bei der Suche nach einem Atommüllendlager vorgeworfen. Diese seien bisher "nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden", erklärten das Bundesumweltministerin und das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit am Freitag in Berlin. Demnach liegen alle drei für genauere Erkundungen ausgewählte Gebiete "in unmittelbarer Grenznähe".

Der deutschen Bundesregierung zufolge endet am Samstag das öffentliche Anhörungsverfahren, dass die Behörden des Nachbarlands zu den geplanten Standorterkundungen in drei Regionen eingeleitet hatten. Auch die deutsche Seite gab eine Stellungnahme ab. Der Vorwurf der fehlenden Beachtung deutscher Interessen ist deren hauptsächlicher Kritikpunkt.

Die Anlagen zur Anlieferung und Umladung der für das Lager bestimmten Abfälle lägen nach den derzeitigen Planungen teils näher an deutschen als an schweizerischen Wohngebieten, betonten Ministerium und Bundesamt. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte weiter, es liege "in unserem Interesse, dass in der Schweiz wissenschaftlich fundiert nach Endlagerstandorten gesucht wird, die eine bestmögliche Sicherheit für Mensch und Umwelt bieten müssen".