Berlin: Antje Kapek: "Wir wollen keine Verkehrsrevolution"

Antje Kapek

Sie kommt etwas abgehetzt zum Interview, die letzte Senatssitzung vor der Sommerpause dauerte länger als gedacht. In der Rekordzeit von zehn Minuten hat Antje Kapek (40) danach die Strecke vom Roten Rathaus bis zu ihrem Büro im Abgeordnetenhaus an der Niederkirchnerstraße zurückgelegt. Als Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen selbstredend mit dem Rad. Dabei wäre sie nach eigener Aussage auf der Leipziger Straße drei Mal fast überfahren worden. Grund genug, mit der studierten Verkehrsplanerin neben dem Flughafen Tegel und die ersten sieben Monate unter Rot-Rot-Grün auch über die geplante Verkehrswende auf Berlins Straßen zu sprechen, die ihre Partei maßgeblich mitgestalten will.

Frau Kapek, wenn das neue Radgesetz steht, ist das die Grundlage dafür, dass auch Sie beim Radfahren keine Todesangst mehr haben müssen. Können Sie Berlins Radaktivisten verstehen, die verärgert sind, dass es länger dauert als angekündigt?

Antje Kapek: Wenn man sich für ein Anliegen engagiert, möchte man natürlich eine schnelle Umsetzung. Aber wir erarbeiten das bundesweit erste Radgesetz, für das es kein Vorbild gibt, auf das man zurückgreifen kann. Daher dauert es länger, ein rechtlich lupenreines Gesetz zu schreiben, das vor Gericht nicht auseinandergenommen werden kann. Aber ich verstehe absolut den Frust darüber, dass es nicht so schnell vorangeht, wie man anfangs dachte.

Welche Fallstricke hat das Gesetz denn noch?

Ein Beispiel: Allein die Umplanung der Hauptverkehrsstraßen führt an vielen Stelle...

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