Berichte: Netanjahu-Vertrauter will gegen ihn aussagen

Einer der engsten Vertrauten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck steht, will nach Angaben israelischer Medien gegen ihn Aussagen

Einer der engsten Vertrauten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck steht, will nach Angaben israelischer Medien von Mittwoch gegen ihn Aussagen. Shlomo Filber, ehemaliger Direktor des Kommunikationsministeriums und seit mehr als 20 Jahren Netanjahus Weggefährte, werde voraussichtlich Kronzeuge, um selber nicht ins Gefängnis zu müssen. Die Polizei bestätigte den Deal zunächst nicht.

Filber war am Sonntag im Zusammenhang mit der Affäre um den israelischen Telekom-Marktführer Besek festgenommen worden. Dessen ebenfalls festgenommener Mehrheitseigner Shaul Elovitch soll im Gegenzug für Gefälligkeiten eine positive Berichterstattung über Netanjahu veranlasst haben. Elovitch ist Besitzer der Website "Walla", einer der wichtigsten israelischen Nachrichtenportale.

Netanjahu wird zwar selbst in diesem Fall nicht beschuldigt, steht aber derzeit wegen anderer Korruptionsvorwürfe stark unter Druck. Die israelische Polizei hatte der Staatsanwaltschaft vor einer Woche eine Anklage gegen den Regierungschef wegen der Annahme von Bestechungsgeldern, Betrugs und Vertrauensmissbrauchs empfohlen.

In einem anderen Fall, der in dieser Woche bekannt wurde, wird zwei Netanjahu-Vertrauten vorgeworfen, einer Richterin eine Beförderung versprochen zu haben, damit diese ein Verfahren gegen die Frau des Regierungschefs nicht weiter verfolgt.

Netanjahu hat wiederholt alle Vorwürfe zurückgewiesen. Am Mittwoch sollte er vor einer Gruppe jüdischer Führungspersönlichkeiten aus den USA sprechen.