Berichte: Lars Klingbeil soll SPD-Generalsekretär werden

Klingbeil (r.) im Wahlkampf mit Altkanzler Schröder

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil soll Medienberichten zufolge neuer SPD-Generalsekretär werden. Parteichef Martin Schulz wolle Klingbeil am Montag dem Bundesvorstand vorschlagen, meldeten am Donnerstag die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf Parteikreise. Das Magazin "Spiegel" berichtete über eine entsprechende Verständigung zwischen Schulz und dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), zu dessen Landesverband Klingbeil gehört.

Klingbeil würde auf den derzeitigen Generalsekretär Hubertus Heil folgen, der auf dem SPD-Parteitag im Dezember nicht erneut antreten will. Der 39-jährige Klingbeil hatte seinen Wahlkreis im niedersächsischen Rotenburg/Heide bei der Bundestagswahl am 24. September direkt gewonnen. Er gilt als Experte für Digitales und Netzpolitik und gehört seit 2009 dem Bundestag an.

Von Seiten der SPD wurde zunächst lediglich auf die Ankündigung von Schulz verwiesen, er werde "zu gegebener Zeit" einen Personalvorschlag machen. Auch das Büro Klingbeils wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren.

Widerspruch gegen die mögliche Nominierung Klingbeils kam von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). "Die Ämter Parteivorsitzender und Generalsekretär sollten paritätisch besetzt sein. Da Martin Schulz Parteivorsitzender bleiben soll, brauchen wir eine weibliche Generalsekretärin", sagte die AsF-Vorsitzende Elke Ferner der Zeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe). Die Frauen in der SPD erwarteten, "dass die Ankündigung von Martin Schulz, die Partei solle weiblicher werden, in der Realität umgesetzt wird".