Bericht: USA entwickeln neue Atomwaffen

Solche Trident-Raketen können mit Atomsprengköpfen versehen werden. (Bild: AP Photo)

US-Präsident Donald Trump macht mit seinen Atomdrohungen offenbar ernst. Laut der britischen Tageszeitung „The Guardian“ wollen die Vereinigten Staaten neue Nuklearwaffen entwickeln. Experten warnen, diese schwächeren, aber auch handlicheren Raketen würden die Gefahr eines Atomkriegs erhöhen.

Ein Bericht zu angeblichen Plänen der Trump-Regierung für die Entwicklung neuer Atomraketen sorgt für Unruhe. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ beruft sich bei ihrem Artikel auf den Experten Jon Wolfsthal. Der frühere Abrüstungsberater von US-Präsident Barack Obama hat demnach die Endfassung von Trumps Manifest zur künftigen Atompolitik des Landes gelesen. Die sogenannte Nuclear Posture Review des Pentagon sieht vor, kleinere, aber dafür „handlichere“ Atomwaffen zu entwickeln. Die nuklearen Sprengsätze sollen auf Trident-Raketen montiert und von U-Booten aus abgefeuert werden können. Damit soll laut „Guardian“ Russland davon abgehalten werden, in Osteuropa taktische Nuklearsprengköpfe einzusetzen.

Die neue Richtlinie senkt dem Bericht zufolge außerdem die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen. Dies soll künftig auch bei einem nicht-nuklearen Angriff möglich sein – vorausgesetzt, es gibt eine hohe Zahl an Opfern oder wenn die Attacke überlebensnotwendiger Infrastruktur oder atomaren Einrichtungen gilt. Die Neufassung der Maxime – die erste seit acht Jahren – soll laut „Guardian“ nach Trumps Rede zur Lage der Nation Ende Januar veröffentlicht werden. Die Pläne sehen demnach auch die Entwicklung einer nuklearen Hyper-Gleit-Waffe vor.

Donald Trump rüstet auf. (Bild: AP Photo)

Wolfsthal ging im Gespräch mit dem Blatt davon aus, dass er die Endfassung der Nuclear Posture Review gelesen hat. Frühere Versionen seien noch kriegstreiberischer gewesen. Der frühere Berater Obamas für Abrüstung und die Nichtverbreitung von Atomwaffen lobte die Strategie der Trump-Regierung, Russland oder Nordkorea für den Fall eines Nuklearschlags deutlich mit massiven Konsequenzen zu drohen. Das sei sogar noch moderat, sagte Wolfsthal. Mit der Ankündigung von zwei neuen Arten von Nuklearwaffen habe es die Regierung dann jedoch „übertrieben“.

Daryl Kimball, Direktor der Vereinigung zur Waffenkontrolle (Arms Control Association), warnte vor „einem neuen und gefährlicheren Kalten Krieg 2.0“. Verfechter der neuen Politik würden argumentieren, dass die harte Linie des Präsidenten durch leichter einsetzbare Atomwaffen gestärkt wird. „Das sind gefährliche Kalter-Krieg-Denkmuster“, mahnte Kimball in einer Stellungnahme. Den USA stünden bereits heute eine Vielzahl an Möglichkeiten für einen Atomschlag zur Verfügung.

Trump hatte erst Anfang des Jahres dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un mit seinem vermeintlich „viel größeren und viel mächtigeren“ Atomwaffenknopf gedroht.


Beobachter mutmaßten, ob sich der Präsident einen Scherz erlaubt hatte. Seine Sprecherin betonte jedoch, dass es sich bei dem Größenvergleich um einen Fakt handelt.