Bericht: US-Abgeordneter tritt nach Belästigungsvorwürfen nicht zu Wiederwahl an

Der demokratische US-Abgeordnete Ruben Kihuen stellt sich nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung Berichten zufolge nicht mehr zur Wiederwahl

Der demokratische US-Abgeordnete Ruben Kihuen stellt sich nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung Berichten zufolge nicht mehr zur Wiederwahl. Medien zitierten am Samstag (Ortszeit) eine Erklärung des 37-jährigen Politikers aus dem Bundesstaat Nevada, wonach die Beschuldigungen von einer "fairen und vollständigen Diskussion der Fragen in einer Wiederwahl-Kampagne" ablenken könnten. Die Belästigungsvorwürfe wies Kihuen indes zurück.

Zwei Frauen werfen dem im vergangenen Jahr erstmals gewählten Kihuen vor, sie sexuell belästigt zu haben. Die Ethik-Kommission des US-Repräsentantenhauses hatte am Freitag mitgeteilt, von den öffentlichen Anschuldigungen gegen Kihuen Kenntnis genommen und eine Untersuchung eingeleitet zu haben.

Bei der einen Frau handelt es sich um eine ehemalige Mitarbeiterin Kihuens, die nach eigenen Angaben während des Wahlkampfs des Kandidaten 2016 von ihm wiederholt sexuell bedrängt wurde. So soll der Demokrat ihr zweimal an den Oberschenkel gefasst haben. Die Vorwürfe wurden durch einen Artikel des Webportals "BuzzFeed" öffentlich. Auch eine Lobbyistin aus Nevada berichtete über mehrfache Avancen des jungen Politikers.

Kihuen weist alle Vorwürfe zurück. Obwohl die Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, ihn zum Rücktritt aufforderte, lehnte er dies bislang ab.

Aufgrund von Vorwürfen der Belästigung oder des sexuellen Fehlverhaltens sind bereits zwei demokratische Kongressmitglieder zurückgetreten oder haben ihren Rücktritt angekündigt: der Abgeordnete John Conyers aus Michigan und der Senator Al Franken aus Minnesota.

Bei der Ethik-Kommission laufen schon zwei Untersuchungen gegen republikanische Politiker: dem texanischen Abgeordneten Blake Farenthold wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Trent Franks aus Arizona trat Anfang Dezember zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er eine Mitarbeiterin gefragt hatte, ob sie für ihn und seine Frau Leihmutter sein wolle.

Derweil gab am Freitagabend eine demokratische Kandidatin für den Kongress das Rennen auf. Zuvor war Andrea Ramsey vorgeworfen worden, sie habe einen männlichen Untergebenen sexuell belästigt. Die Vorwürfe beziehen sich auf 2005, als Ramsey die Personalabteilung eines Unternehmens leitete. Sie bestritt die Anschuldigungen in einer von der Zeitung "Kansas City Star" veröffentlichten Erklärung.

Bei der Senatsnachwahl im US-Bundesstaat Alabama war vergangene Woche der erzkonservative 70-jährige Kandidat Roy Moore unterlegen. Er wird von mehreren Frauen beschuldigt, ihnen vor rund vier Jahrzehnten nachgestellt oder sie sexuell belästigt zu haben, als sie noch Teenager waren.