"New York Times": Trumps Ex-Berater Flynn will mit Ermittler Mueller kooperieren

Die Russland-Affäre rund um US-Präsident Donald Trump hat sich dramatisch zugespitzt: Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn hat am Freitag vor Gericht zugegeben, Falschaussagen zu seinen Russland-Kontakten gemacht zu haben

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn, ist einem Medienbericht zufolge in der Russland-Affäre zur Kooperation mit Sonderermittler Robert Mueller bereit. Flynns Anwälte hätten das Anwaltsteam von Präsident Donald Trump darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie nicht länger mit ihnen über Muellers Ermittlungen zu den möglichen Russland-Kontakten von Trumps Wahlkampfteam sprechen könnten, berichtete die "New York Times" am Donnerstag.

Dies bedeute, dass Flynn mit dem Sonderermittler kooperiere oder eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit aushandele, berichtete die Zeitung unter Berufung auf vier mit dem Vorgang vertraute Informanten. Flynns Anwälte hatten sich bislang mit Trumps Anwaltsteam über Muellers Ermittlungen ausgetauscht. "Diese Abmachung ist beendet", hieß es in dem Bericht.

Mueller ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe zugunsten Trumps vor der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr. Flynn, ein pensionierter Drei-Sterne-General und früherer Chef des Militärgeheimdienstes DIA, gilt als Schlüsselfigur in der Affäre.

Nach nur drei Wochen im Amt war Flynn im Februar wegen dubioser Kontakte zum russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, zurückgetreten. Ans Licht kam, dass Flynn im Dezember entgegen seiner Darstellung mit dem Botschafter über die gegen Russland verhängten Sanktionen gesprochen hatte. Gegenüber Vizepräsident Mike Pence hatte er irreführende Angaben zu seinen Telefonaten mit Kisljak gemacht.

Im Zuge von Muellers Ermittlungen wurden bereits Trumps früherer Wahlkampfleiter Paul Manafort und dessen Vertrauter Rick Gates unter Hausarrest gestellt. Ein früherer außenpolitischer Berater in Trumps Wahlkampfteam, George Papadopoulos, räumte im Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen Falschaussagen gegenüber der US-Bundespolizei FBI ein und kooperiert mit den Ermittlern. US-Medien berichteten schon mehrfach, dass Flynn und dessen Sohn Mike Flynn Jr die nächsten Ziele Muellers sein könnten.

Sonderermittler Mueller soll schwerpunktmäßig russische Manipulationen im US-Wahlkampf untersuchen. Allerdings hat er seine Ermittlungen inzwischen auch auf andere Fälle möglichen Fehlverhaltens von früheren Trump-Mitarbeitern ausgedehnt. Flynn werden neben seinen dubiosen Russland-Kontakten auch korrupte Absprachen mit der Türkei vor und nach der Präsidentschaftswahl vorgeworfen.