Bericht: Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit beträfe 40 Prozent nicht

Das von Union und SPD in ihren Sondierungen vereinbarte Rückkehrrecht von einem Teilzeit- in einen Vollzeitjob betrifft einem Bericht zufolge mehr als 40 Prozent der abhängig Beschäftigten nicht: Sie arbeiten in zu kleinen Betrieben. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die die Linksfraktion auswertete und die der "Rheinischen Post" vom Freitag vorlagen.

Union und SPD haben in ihren Sondierungen ein "Recht auf befristete Teilzeit" vereinbart, es soll für Betriebe mit mehr als 45 Mitarbeitern gelten. Es gibt noch weitere Einschränkungen: Der Arbeitgeber kann eine befristete Teilzeit ablehnen, wenn diese ein Jahr unter- oder fünf Jahre überschreitet. Nach Ablauf der befristeten Teilzeit kann eine solche frühestens nach einem Jahr erneut verlangt werden.

Laut Linksfraktion arbeiteten im Jahr 2015 knapp 45 Prozent der insgesamt 37 Millionen abhängig Beschäftigten in kleineren Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern, wie die "Rheinische Post" berichtete. Bei den Frauen waren es mit 52 Prozent mehr als die Hälfte, bei den Männern knapp 39 Prozent. Aus den Daten lasse sich grob abschätzen, dass mindestens 40 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit weniger als 45 Mitarbeitern angestellt seien.

"Die Sondierer haben die Chance vertan, einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen, der die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt", kritisierte die Linken-Politikerin Jutta Krellmann. Die Union stehe auf der Bremse.