Peter Bosz bleibt vorerst Trainer von Borussia Dortmund

Der Trainerstuhl von Bosz wackelt, bricht aber nicht. Der BVB-Coach sitzt auch beim nächsten Spiel in Leverkusen auf der Bank.

Buhrufe und Pfiffe für die Mannschaft, letzte Chance für Peter Bosz : Der Trainer von Borussia Dortmund erhält trotz des historischen Zusammenbruchs im Derby gegen Schalke 04 (4:4) eine Gnadenfrist. Der Niederländer wird laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zumindest im Ligaspiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER ) noch auf der Bank sitzen - wohl auch mangels kurzfristiger Alternativen.

"Ich habe mich genauso beschissen gefühlt wie ihr euch alle", versicherte Watzke am Sonntag während der Mitgliederversammlung in der Dortmunder Westfalenhalle: "Einen derartigen Saisonverlauf habe ich noch nie erlebt. Das Problem ist aber, dass es dafür keine Patentlösung gibt." An Bosz richtete er eine klare Ansage: "Ich habe die Erwartung, dass ihr in dieser Woche alle auf den Prüfstand stellt, jeden Stein umdreht, ohne Denkverbote. Wir müssen ganz schnell wieder in die Erfolgsspur, das ist hundertprozentig sicher."

Der Absturz von der Tabellenspitze, das 4:4 nach 4:0-Führung im Derby und das blamable Abschneiden in der Champions League haben das Vertrauen der Vereinsführung in den Niederländer schwer erschüttert. "Zwei Punkte aus zwei 1:1 gegen APOEL Nikosia: Das ist schlicht und einfach nicht zu ertragen", klagte Watzke.

Die Aufarbeitung aber erfolge "konstruktiv, mit Ruhe und Besonnenheit. Es ist nicht alles beschissen hier." Bosz (54), der wie die Mannschaft ausgebuht wurde, hatte zu Saisonbeginn den entlassenen Thomas Tuchel ersetzt. Nach einem grandiosen Start mit souveräner Tabellenführung hat der BVB sechs Bundesligaspiele in Folge nicht mehr gewonnen und ist in der Tabelle weit abgerutscht.