Bericht: Nur minimale Fortschritte bei Nitratbelastung in der EU

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - In den vergangenen zehn Jahren sind der EU-Kommission zufolge nur minimale Fortschritte im Kampf gegen die Verschmutzung von Gewässern durch Nitrat erzielt worden. "Die Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft ist für viele Mitgliedstaaten nach wie vor ein ernstes Problem", teilte die EU-Kommission am Montag mit. Nitrate dienen Pflanzen als Nährstoff und landen häufig als Bestandteil von Dünger auf Feldern.

Eine zu hohe Nährstoffkonzentration im Wasser kann beispielsweise zu einem starken Algenwachstum führen, wie die EU-Kommission anlässlich eines Berichts zur Umsetzung der Nitrat-Richtlinie mitteilte. Dadurch sinke der Sauerstoffgehalt im Wasser, wodurch etwa Fische, Amphibien und Insekten unter Umständen nicht mehr überleben könnten. Einige dieser Algen könnten auch giftig oder sogar tödlich für den Menschen sein. "Im Zeitraum 2016-2019 wurde bei 14,1 Prozent des Grundwassers der für Trinkwasser festgelegte Grenzwert für die Nitratkonzentration immer noch überschritten", hieß es.

Auch Deutschland hat bereits Ärger wegen seines Umgangs mit hohen Nitratwerten bekommen. Im Juli bemängelte der zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius, dass Deutschland die Gebiete mit hoher Nitratbelastung im Grundwasser und schädlicher Nährstoff-Anreicherung nicht korrekt ausweise. Wenn Deutschland untätig bleibe, erwäge er vorzuschlagen, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen und entsprechende Geldstrafen in die Wege zu leiten, so der Kommissar vor rund drei Monaten.

Mittlerweile liege eine Antwort vor, bestätigte die EU-Kommission am Montag. Man arbeite mit den deutschen Behörden zusammen, und leiste Unterstützung, damit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs "so schnell wie möglich" Folge geleistet werden könne. Der EuGH kam 2018 zu dem Schluss, dass Deutschland über Jahre hinweg zu wenig gegen Überdüngung mit Gülle und Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrat getan hatte. Der WWF kritisiert, Deutschland stehe im EU-Vergleich besonders schlecht da.

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